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KI-Blog

Landingpage verständlich machen: Der Zehn-Sekunden-Test

Von Real Rise Agency LTD · Veröffentlicht · Aktualisiert

Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er bleibt. Er sucht keine Geschichte, sondern eine Antwort auf die Frage: Ist das für mich? Hier baust du den ersten Bildschirm so, dass die Antwort sofort da ist.

Ausführliche Anleitung mit drei Vorlagen und Prüfliste: Mache deine Landingpage auf dem ersten Bildschirm verständlich

Was muss eine Landingpage in zehn Sekunden leisten?

Eine Landingpage hat eine einzige Aufgabe: einem bestimmten Besucher die nächste Entscheidung leicht zu machen. Sie soll nicht alles über dein Unternehmen erzählen. Je mehr du einpackst, desto weniger bleibt hängen.

Die meisten Besucher kommen mit einer Frage im Kopf. Sie haben eine Anzeige gesehen, einen Link bekommen oder etwas gesucht. Sie wollen wissen, ob sie hier richtig sind.

Wer das nach dem ersten Bildschirm nicht weiß, scrollt kurz und geht. Das liegt selten an deinem Angebot. Es liegt daran, dass die Seite zu spät konkret wird.

Der Test dafür ist einfach. Zeige die Seite einer Person, die dein Angebot nicht kennt, für zehn Sekunden. Nimm sie dann weg und frage: Was wird hier angeboten, und für wen?

Kann sie das in eigenen Worten sagen, ist der erste Bildschirm verständlich. Kann sie es nicht, hilft kein neues Foto und keine zweite Farbe.

Wie schreibst du den ersten Bildschirm in fünf Schritten?

Der erste Bildschirm besteht aus Überschrift, einem Satz darunter, einem Knopf und einem Beleg. Alles andere kommt danach. Du kannst ihn heute noch schreiben, wenn du die Antworten aus deinem Kundengespräch kennst.

Wichtig ist die Reihenfolge der Schritte. Wer mit dem Knopf anfängt, hat noch keine Zielgruppe. Wer mit dem Beleg anfängt, hat noch kein Problem.

  1. Schritt 1: Wähle eine Zielgruppe. „Selbstständige“ ist zu weit, „Physiotherapie-Praxen mit zwei bis fünf Behandlungsräumen“ trägt.
  2. Schritt 2: Benenne das Problem in den Worten, die deine Kunden selbst benutzen. Nimm sie aus Mails, Anrufen und Erstgesprächen.
  3. Schritt 3: Schreibe die Überschrift in einem Satz: Wir helfen [Zielgruppe], [Ergebnis] zu erreichen, mit [Leistung]. Das Ergebnis muss in deiner Leistung liegen.
  4. Schritt 4: Setze genau einen Hauptknopf mit einer klaren Handlung, zum Beispiel „Erstgespräch anfragen“ oder „Beispiel ansehen“.
  5. Schritt 5: Ergänze einen Beleg, den du zeigen darfst, etwa einen sichtbaren Ablauf, eine Arbeitsprobe oder ein freigegebenes Kundenbeispiel.

Zum Kopieren: Überschrift prüfen

Hier ist die Überschrift meiner Landingpage: [Überschrift]. Tu so, als wärst du [Zielgruppe] und hättest zehn Sekunden Zeit. Sage mir: Was verstehst du, und was bleibt unklar? Nenne drei Verbesserungen und schreibe zwei neue Fassungen. Erfinde weder Zahlen noch Ergebnisse, die ich nicht belegen kann.

Zum Kopieren: Ersten Bildschirm entwerfen

Ich biete [Leistung] für [Zielgruppe] an. Deren Problem in ihren Worten: [Zitat oder Satz aus Gesprächen]. Mein Hauptknopf soll zu [Handlung] führen. Schreibe drei Entwürfe für Überschrift, Unterzeile und Knopftext. Markiere jede Aussage, die ich belegen muss, mit [BELEG].

Welche Belege darfst du zeigen, ohne zu übertreiben?

Besucher glauben Aussagen, die sie überprüfen können. Ein sichtbarer Ablauf überzeugt mehr als ein Superlativ. Wenn du zeigst, was nach dem Absenden passiert, nimmst du ein Stück Unsicherheit weg.

Zeige, was du freigeben darfst. Das kann ein Beispiel sein, bei dem der Kunde zugestimmt hat, oder eine Arbeitsprobe ohne Namen. Auch ein Blick auf den Ablauf zählt: Wer tut was, in welcher Reihenfolge, bis wann?

Erfinde nichts. Kundenstimmen, die es nie gab, sind ein Risiko, das du dir nicht leisten musst. Dasselbe gilt für Vorher-nachher-Zahlen ohne Beleg und für Versprechen über Umsatz oder Zeit.

Lass auch den KI-Entwurf nicht für dich versprechen. Eine KI formuliert gern glatte Erfolgssätze. Streiche jeden, den du nicht mit einem Dokument oder Beispiel belegen kannst. Das Prüfverfahren dafür steht im Leitfaden zu erfundenen Angaben.

Benenne auch Grenzen. Was ist nicht enthalten, was muss der Kunde liefern, was dauert länger? Wer das vorher liest, fragt später weniger nach.

Wie gestaltest du Knopf und Formular, damit Anfragen ankommen?

Ein Knopf für eine Handlung. Mehrere gleich starke Ziele nebeneinander lassen den Besucher zögern. Wiederhole denselben Knopf nach der Erklärung des Ablaufs, damit er nicht zurückscrollen muss.

Halte das Formular kurz. Frage nur nach dem, was du für die erste Antwort brauchst: Name, Kontaktweg, Anliegen. Alles Weitere klärst du im Gespräch.

Sage vor dem Absenden, was danach passiert. Zum Beispiel: Du bekommst innerhalb eines Werktages eine Antwort mit einem Vorschlag für ein Gespräch. Wähle nur eine Frist, die du auch hältst.

Zeige in einem Kalender nur freie Zeiten. Ein Termin, den es nicht gibt, kostet mehr Vertrauen als jede lange Überschrift.

Beachte die Pflichtangaben für deine Seite, etwa Impressum und Datenschutzhinweis zum Formular. Was für dich gilt, klärst du mit einer Fachperson. Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung.

Wie testest du die Seite und was misst du?

Gehe den ganzen Weg selbst, am besten auf dem Telefon. Öffne die Seite, lies den ersten Bildschirm, tippe auf den Knopf, fülle das Formular aus und lies die Bestätigung. Danach prüfst du, ob die Anfrage wirklich in deinem Postfach gelandet ist.

Achte auf alles, was stolpern lässt: ein zu kleiner Knopf, ein Feld, das die Tastatur verdeckt, eine Bestätigung ohne Text. Notiere jede Hürde und beseitige die größte zuerst.

Miss am Anfang nur drei Dinge. Wie oft wird die Seite besucht? Wie oft wird der Hauptknopf getippt? Wie viele passende Anfragen gehen ein? Notiere dazu, wann du etwas an der Seite geändert hast.

Zählen viele den Knopf an, aber niemand fragt an, prüfe zuerst Formular und Angebot. Tausche nicht sofort die Überschrift aus. Erst wenn Besucher gar nicht klicken, liegt die Ursache weiter oben.

Warte mit Schlüssen, bis genügend Besuche zusammengekommen sind. Bei wenigen Besuchen sagen Zahlen wenig. Dann zählt dein Gespräch mit denen, die angefragt haben.

Praxisfall: Ein Buchhaltungsservice für Freiberufler

Ein ausgedachtes Beispiel, kein Kundenbericht: Ein kleiner Buchhaltungsservice hat eine Landingpage mit der Überschrift „Kompetenz, die zählt“. Darunter steht eine Liste von zwölf Leistungen. Die Anfragen bleiben aus.

Eine Bekannte ohne Branchenwissen sieht die Seite zehn Sekunden lang. Danach sagt sie: „Irgendwas mit Zahlen für Firmen?“ Für wen es ist, kann sie nicht sagen. Was sie tun soll, auch nicht.

Die Inhaberin schreibt den ersten Bildschirm neu. Die Zielgruppe lautet Freiberufler mit Praxis oder Atelier. Das Problem lautet: Belege liegen im Schuhkarton. Die Leistung ist ein fester monatlicher Ablauf für die laufende Buchhaltung.

Daraus entsteht eine Überschrift mit Zielgruppe, Problem und Leistung. Es gibt einen Knopf „Kostenloses Erstgespräch anfragen“ und darunter einen Ablauf mit vier Schritten. Zwei Leistungen stehen weiter unten.

Die Bekannte sieht die Seite erneut für zehn Sekunden und kann beide Fragen beantworten. Ob dadurch mehr Anfragen kommen, weiß die Inhaberin erst nach einigen Wochen. Sie notiert den Zeitpunkt der Änderung und zählt mit.

Diese Fehler kosten dich Zeit

  • Eine Überschrift, die auch zu jedem anderen Unternehmen passt. Sie sagt nichts, was ein Besucher prüfen könnte.
  • Mehrere Zielgruppen auf einmal ansprechen. Wer alle meint, erreicht niemanden.
  • Erfundene Kundenstimmen oder Zahlen. Sie fallen auf und kosten mehr Vertrauen, als sie bringen.
  • Zwei oder drei gleich starke Knöpfe nebeneinander. Besucher zögern und wählen oft keinen.
  • Die Seite nie auf dem Telefon testen. Viele Besucher kommen vom Telefon, und das Formular scheitert dort.
  • Bei ausbleibenden Anfragen sofort die Überschrift ändern. Prüfe erst Formular, Angebot und Bestätigung.

Das kostet, das spart (Schätzung)

  • Kosten: Du brauchst keine neue Software. Dein Website-Baukasten, ein KI-Chat und eine Person für den Zehn-Sekunden-Test genügen.
  • Rechenbeispiel mit Annahmen: Du planst für den ersten Bildschirm zwei Stunden ein. Dazu kommt eine halbe Stunde für den Test auf dem Telefon.
  • Das sind etwa zweieinhalb Stunden Aufwand pro Seite. Danach prüfst du eine Seite in rund zehn Minuten. Rechne mit deinen eigenen Zahlen nach.
  • Wie viele zusätzliche Anfragen daraus entstehen, lässt sich nicht berechnen. Notiere dir vor und nach der Änderung, wie viele passende Anfragen eingehen.

Schätzung, keine Messung: Alle Werte sind eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen und keine Messung. Dein tatsächlicher Aufwand hängt von der Seite und deinem Angebot ab.

Häufige Fragen

Was gehört auf den ersten Bildschirm einer Landingpage?

Eine Überschrift mit Zielgruppe und Ergebnis, ein erklärender Satz, ein Hauptknopf und ein Beleg, den du zeigen darfst. Mehr braucht der erste Bildschirm nicht. Alles Weitere, etwa Ablauf, Grenzen und Fragen, folgt beim Scrollen. So weiß der Besucher sofort, ob die Seite zu ihm passt.

Wie lang darf eine Landingpage sein?

So lang, wie ein Besucher für die Entscheidung braucht. Bei einem einfachen Angebot reicht ein kurzer Bildschirm mit Ablauf. Bei einem erklärungsbedürftigen Angebot darf die Seite länger sein, wenn jeder Abschnitt eine offene Frage beantwortet. Entscheidend ist, dass der Hauptknopf nach jedem Block erreichbar bleibt.

Darf ich Kundenstimmen von der KI schreiben lassen?

Nein. Eine erfundene Kundenstimme ist eine falsche Angabe und kann Ärger bringen. Zeige nur Zitate, die dir ein Kunde gegeben und freigegeben hat. Die KI darf dir helfen, eine echte Rückmeldung zu kürzen oder zu ordnen, aber sie darf nichts hinzudichten.

Wie finde ich heraus, ob meine Überschrift verständlich ist?

Zeige die Seite zehn Sekunden lang einer Person aus deiner Zielgruppe oder einer fremden Person. Frage danach, was angeboten wird und für wen. Kann sie das nicht sagen, ändere die Überschrift. Zusätzlich kannst du die KI die Seite aus Sicht der Zielgruppe lesen lassen.

Welche Zahlen sollte ich zuerst messen?

Beginne mit drei Werten: Besuche der Seite, Tippen auf den Hauptknopf und eingegangene passende Anfragen. Notiere, wann du etwas geändert hast. Mehr brauchst du am Anfang nicht. Erst wenn genügend Besuche zusammenkommen, lohnt sich ein Blick auf einzelne Abschnitte.

Muss ich rechtliche Angaben auf eine Landingpage setzen?

In der Regel ja, zum Beispiel ein Impressum und einen Hinweis zum Datenschutz, wenn du ein Formular nutzt. Was genau für dich gilt, hängt von Angebot und Rechtsform ab. Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung. Lass die Angaben im Zweifel von einer Fachperson prüfen.

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Quellen und Stand

  • Eigene Praxis der Real Rise Agency: redaktioneller Seitencheck für Selbstständige und Dienstleister, ohne behauptete Erfolgszahlen · Stand

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