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KI-Blog

KI erfindet Fakten? So prüfst du vor dem Senden

Von Real Rise Agency LTD · Veröffentlicht · Aktualisiert

Eine KI klingt auch dann sicher, wenn sie sich irrt. Das macht erfundene Angaben so gefährlich: Sie sehen genauso gut aus wie richtige. Hier lernst du ein Prüfverfahren, das du in wenigen Minuten anwenden kannst.

Warum erfindet eine KI überhaupt etwas?

Eine KI schlägt keine Fakten nach, sie schreibt Sätze weiter. Sie berechnet, welches Wort mit hoher Wahrscheinlichkeit als Nächstes passt. Ob die Aussage stimmt, prüft sie dabei nicht.

Deshalb klingt ein erfundener Satz genauso sicher wie ein richtiger. Es gibt keinen Tonfall, an dem du den Fehler hörst. Die Prüfung muss von außen kommen.

Besonders riskant sind Angaben, die genau wirken: Jahreszahlen, Preise, Namen von Personen und Firmen, Paragrafen, Studien und Internetadressen. Genau diese Angaben haben in einem Kundendokument das größte Gewicht.

Dazu kommt eine Tendenz: Je spezieller deine Frage, desto eher fehlt der KI das Wissen. Dann füllt sie die Lücke mit etwas, das plausibel klingt.

Wie prüfst du KI-Texte in vier Schritten?

Das Verfahren ist bewusst einfach. Wir nutzen es selbst: Jeder Text im Wochenbriefing wird gegen die Quellen geprüft, die dem Modell vorlagen. Was dort nicht vorkommt, fliegt raus.

  1. Schritt 1: Gib der KI die Quellen mit, statt sie aus dem Gedächtnis schreiben zu lassen. Ein Text auf Basis von beigelegtem Material enthält in unserer Praxis weniger Erfundenes.
  2. Schritt 2: Verlange eine Kennzeichnung. Die KI soll jede Angabe markieren, die nicht aus deinem Material stammt.
  3. Schritt 3: Prüfe drei Sorten von Angaben immer selbst: jede Zahl, jeden Eigennamen und jeden Link.
  4. Schritt 4: Schicke nichts raus, was du nicht prüfen kannst. Streiche die Behauptung oder formuliere sie als offene Frage.

Zum Kopieren: Belege einfordern

Schreibe [Textart] nur auf Grundlage des folgenden Materials: [Material einfügen]. Verwende keine Angaben, die nicht im Material stehen. Setze hinter jede Aussage in Klammern die Stelle im Material, aus der sie stammt. Markiere alles, was du nicht belegen kannst, mit [UNBELEGT].

Zum Kopieren: Selbstprüfung der KI

Lies deinen Text noch einmal. Liste jede Zahl, jeden Namen, jede Jahresangabe und jeden Link auf. Gib zu jedem Eintrag an, ob er aus dem Material stammt oder ob du ihn aus allgemeinem Wissen ergänzt hast.

Welche Angaben prüfst du wie?

Zahlen: Suche die Zahl in der Originalquelle. Steht sie dort nicht, rechne nach oder streiche sie. Eine runde Zahl ohne Quelle ist ein Warnzeichen.

Namen: Prüfe Schreibweise, Funktion und Firma auf der offiziellen Seite oder im Impressum. Verwechslungen ähnlicher Namen passieren schnell.

Links: Klicke jeden Link an. Öffnet er nicht oder führt er auf etwas anderes, ist die Quelle vermutlich erfunden oder falsch zugeordnet.

Zitate: Setze nichts in Anführungszeichen, was du nicht wörtlich in der Quelle gefunden hast. Ein erfundenes Zitat schadet am meisten.

Rechtliches und Finanzielles: Prüfe Datum und zuständige Stelle. Regeln ändern sich. Bei Verträgen, Abgaben und Fristen gehört die letzte Prüfung zu einer Fachperson.

Wie wird die Prüfung zur festen Gewohnheit?

Eine Prüfung hilft nur, wenn sie jedes Mal passiert. Mach daraus eine Gewohnheit mit einer kurzen Checkliste, die du vor jedem Versand durchgehst.

Die Checkliste hat vier Fragen. Stammt jede Zahl aus einer Quelle, die ich geöffnet habe? Stimmen Namen und Schreibweisen? Funktioniert jeder Link? Ist jede rechtliche oder finanzielle Aussage datiert und geprüft?

Hänge die Liste dorthin, wo du arbeitest. Das kann eine Notiz neben dem Entwurf sein, eine Vorlage im Mailprogramm oder die erste Zeile im Prompt-Dokument. Eine Liste, die du suchen musst, benutzt du nicht.

Bei Texten, die viele Kunden erreichen, lohnt sich ein Vier-Augen-Prinzip. Eine zweite Person liest nur die Angaben gegen die Quelle, nicht den Stil. Das geht schneller als ein normales Lektorat.

Führe außerdem ein kurzes Fehlerprotokoll. Notiere, welche Art von Angabe die KI erfunden hat. Nach einigen Wochen siehst du, wo du besonders genau aufpassen musst.

Gib der Liste einen festen Platz in deinem Ablauf, etwa direkt vor dem Senden-Knopf. Wie du Aufgaben abgibst und dabei die Kontrolle behältst, zeigt unser Leitfaden zum Abgeben von Aufgaben.

Woran erkennst du erfundene Angaben schneller?

Vier Warnzeichen helfen beim Überfliegen. Erstens: sehr präzise Zahlen ohne Quelle. Zweitens: Studien ohne Autor oder Jahr. Drittens: Links, die sich nicht öffnen lassen. Viertens: Aussagen, die auffallend perfekt zu deiner Frage passen.

Ein zweiter Trick: Stelle dieselbe Frage in einem neuen Chat. Weichen die Antworten bei Zahlen oder Namen voneinander ab, ist Vorsicht geboten. Übereinstimmung beweist aber nichts, denn auch Fehler können sich wiederholen.

Frage die KI nicht, ob etwas stimmt. Sie neigt dazu, ihre eigene Antwort zu bestätigen. Frage stattdessen: Woher stammt diese Angabe, und wo kann ich sie nachlesen?

Praxisfall: Das Angebot mit der falschen Frist

Ein gedachtes Beispiel, kein Kundenbericht: Eine selbstständige Unternehmensberaterin lässt sich für ein Angebot einen Absatz über mögliche Fördermittel schreiben. Die KI nennt ein Programm, eine Frist und einen Link.

Alles liest sich stimmig. Die Beraterin folgt trotzdem ihrer Regel und klickt den Link an. Die Seite existiert nicht. Die Frist findet sie auf der offiziellen Seite der zuständigen Stelle nicht.

Sie streicht den Absatz und ersetzt ihn durch einen Satz: Mögliche Förderungen prüfen wir gemeinsam im Erstgespräch. Das ist weniger beeindruckend, aber richtig. Der Kunde kann sich darauf verlassen.

Hätte sie den Absatz ungeprüft verschickt, wäre der Fehler beim Kunden aufgefallen. Dann hätte nicht die KI Vertrauen verloren, sondern sie selbst. Die Prüfung hat sie zwei Minuten gekostet.

Diese Fehler kosten dich Zeit

  • Die KI aus dem Gedächtnis schreiben lassen, obwohl du Material hast. Gib ihr die Unterlagen mit.
  • Den Text nur auf Stil prüfen. Ein glatter Text ist nicht automatisch ein richtiger Text.
  • Links nicht anklicken, weil sie echt aussehen. Gerade erfundene Adressen sind oft sauber formatiert.
  • Die KI fragen, ob sie sich geirrt hat. Prüfe lieber selbst an der Quelle, statt eine zweite Meinung derselben KI einzuholen.
  • Rechtliche und finanzielle Aussagen ohne Datum übernehmen. Regeln ändern sich, und ein Stand von früher kann überholt sein.
  • Unter Zeitdruck auf die Prüfung verzichten. Gerade dann lohnt sie sich, denn ein Fehler beim Kunden kostet mehr Zeit.

Das kostet, das spart (Schätzung)

  • Prüfaufwand: Etwa fünf bis zehn Minuten pro Kundentext bis zu einer Seite. Das ist eine Annahme für normale Texte.
  • Rechenbeispiel mit Annahmen: Bei vier Kundentexten pro Woche sind das zwanzig bis vierzig Minuten Prüfzeit.
  • Dagegen steht der Aufwand einer Korrektur nach dem Versand: neue Fassung, erklärende Mail und ein Gespräch mit dem Kunden.
  • Wie teuer ein Fehler beim Kunden wird, hängt vom Fall ab. Rechne für dich durch, was eine falsche Zahl in deinem Geschäft kosten würde.

Schätzung, keine Messung: Alle Zeitangaben sind eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen und keine Messung. Dein Wert hängt von Textart und Thema ab.

Häufige Fragen

Warum erfindet eine KI Quellen und Links?

Eine KI bildet Sätze, die zu deiner Frage passen. Dazu gehören auch Quellenangaben, die echt aussehen. Ob es die Quelle gibt, prüft sie nicht. Darum musst du jeden Link öffnen und jede Quelle selbst nachlesen, bevor du sie weitergibst.

Kann ich einer KI mit Internetzugang vertrauen?

Ein Zugriff auf Suchergebnisse hilft, schließt Fehler aber nicht aus. Die KI kann eine Seite falsch zusammenfassen oder die falsche Zahl übernehmen. Öffne deshalb die genannte Seite und suche die Angabe dort. Erst dann hast du einen Beleg.

Wie oft erfindet eine KI etwas?

Eine seriöse Zahl dafür gibt es hier nicht. Die Häufigkeit hängt vom Modell, vom Thema und von deinem Auftrag ab. Plane deshalb so, dass jede Zahl, jeder Name und jeder Link geprüft wird. Dann ist die Häufigkeit für dich nebensächlich.

Reicht es, die KI ihren Text selbst prüfen zu lassen?

Als erste Vorauswahl ja, als Freigabe nein. Die KI kann auflisten, welche Angaben aus dem Material stammen und welche nicht. Das spart dir Suche. Die Entscheidung, ob eine Angabe stimmt, triffst du mit einem Blick in die Originalquelle.

Was tue ich, wenn ein Fehler schon beim Kunden ist?

Korrigiere schnell und sachlich. Schreibe eine kurze Mail mit der richtigen Angabe und einem Satz dazu, was sich ändert. Verzichte auf lange Erklärungen. Danach baust du die Prüfung fest in deinen Ablauf ein, damit es nicht noch einmal passiert.

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Quellen und Stand


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