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KI-Blog

Deine Stimme statt KI-Einheitsbrei: So klingt es nach dir

Von Real Rise Agency LTD · Veröffentlicht · Aktualisiert

Deine Kunden merken in drei Sätzen, wenn eine Mail von der Maschine kommt. Das liegt selten am Werkzeug. Es liegt daran, dass die KI nie gehört hat, wie du schreibst.

Warum klingen KI-Texte so glatt und austauschbar?

Der Satz "Schreib das in meinem Ton" hilft nicht. Die KI kennt deinen Ton nicht. Sie greift deshalb zum Durchschnitt aller Texte, die sie je gesehen hat.

Der Durchschnitt ist höflich, rund und vollständig. Genau das ist das Glatte. Er klingt nach niemandem, und deshalb klingt er nach jedem, der dasselbe Werkzeug benutzt.

Für Selbstständige und Dienstleister ist das ein echtes Problem. Dein Ton ist ein Teil dessen, was Kunden bei dir kaufen. Eine Mail, die wie ein Rundschreiben klingt, nimmt dir diesen Vorteil.

Die gute Nachricht: Das Problem lässt sich beheben. Du musst der KI nur zeigen, wie du schreibst, und sagen, was du nie schreibst. Beides kostet einmal etwa eine halbe Stunde.

Wie baust du in fünf Schritten ein Stilprofil?

Ein Stilprofil ist eine kurze Beschreibung deiner Schreibweise. Du erstellst es einmal und legst es danach jedem Auftrag bei. Du brauchst dafür einen normalen KI-Chat und drei Texte von dir.

Wichtig ist, dass die Texte echt sind. Nimm Mails oder Beiträge, die du wirklich geschrieben und abgeschickt hast. Überarbeitete oder von der KI geglättete Texte verfälschen das Ergebnis.

  1. Schritt 1: Sammle drei eigene Texte, die du gut findest. Zum Beispiel eine Kundenmail, einen Post und einen Absatz aus einem Angebot. Unterschiedliche Anlässe zeigen mehr als drei gleiche Mails.
  2. Schritt 2: Lass die Muster benennen. Gib der KI die drei Texte und bitte sie, deinen Stil in höchstens zehn Regeln zu beschreiben. Die Vorlage dafür steht unten.
  3. Schritt 3: Streiche, was nicht stimmt. Die KI übertreibt gern und erfindet Eigenheiten. Lies jede Regel und frage dich: Sage ich das wirklich so? Was übrig bleibt, ist dein Profil.
  4. Schritt 4: Ergänze eine Sperrliste. Schreibe auf, welche Wörter und Wendungen du nie benutzt. Zwei oder drei Zeilen genügen, und die Hälfte des KI-Klangs ist weg.
  5. Schritt 5: Hebe beides an einem festen Ort auf und füge es jedem Schreibauftrag bei. Ab dann schreibt die KI nach deinem Profil und nicht nach dem Durchschnitt.

Zum Kopieren: Stilprofil aus drei Texten ableiten

Unten stehen drei Texte, die ich selbst geschrieben habe. Beschreibe meinen Schreibstil in höchstens zehn Regeln. Nenne: durchschnittliche Satzlänge, Anrede und Grußformel, typische Wörter, Wörter die ich nie benutze, Umgang mit Zahlen und Humor. Belege jede Regel mit einem kurzen Zitat aus meinen Texten. Erfinde keine Regel, für die es keinen Beleg gibt.

Text 1: [Text einfügen]
Text 2: [Text einfügen]
Text 3: [Text einfügen]

Zum Kopieren: Schreibauftrag mit Stilprofil und Sperrliste

Schreibe [Textart, zum Beispiel: Antwort auf eine Kundenanfrage] zu diesem Anlass: [Anlass in zwei Sätzen]. Nutze nur diese Fakten: [Liste]. Schreibe streng nach diesem Stilprofil: [Profil einfügen]. Diese Wörter und Wendungen sind verboten: [Sperrliste einfügen]. Höchstens [Zahl] Sätze, kein Satz länger als 20 Wörter. Erfinde nichts dazu und markiere Lücken mit [OFFEN].

Was gehört in eine Sperrliste, und wie lang dürfen Sätze sein?

Eine Sperrliste ist die schnellste Hilfe gegen den KI-Klang. Sie sagt der KI, welche Wörter bei dir nicht vorkommen. Verbote wirken oft stärker als Wünsche, weil sie eindeutig sind.

Wir arbeiten selbst so. Für unser Wochenbriefing gilt eine Sperrliste mit Wörtern wie "revolutionär", "bahnbrechend" und "Game-Changer". Dazu gilt eine Obergrenze von 20 Wörtern pro Satz. Beides wird bei uns maschinell geprüft.

Bei dir kann die Liste anders aussehen. Typisch sind Floskeln wie "ich hoffe, diese Mail erreicht Sie wohlbehalten". Dazu kommen Übertreibungen und Fachwörter, die du im Gespräch nie sagen würdest. Notiere jedes Mal ein neues Wort, wenn dich ein KI-Text daran stört.

Auch die Satzlänge gehört ins Profil. Zähle bei deinen drei Texten grob nach. Schreibst du meist kurz, schreibe das hinein. Eine KI neigt zu langen Sätzen mit Nebensätzen, wenn du nichts anderes vorgibst.

Halte die Sperrliste kurz. Zehn bis fünfzehn Einträge reichen. Eine lange Liste verwirrt die KI und liest sich wie ein Katalog von Verboten, den niemand pflegt.

Wie testest du, ob das Profil wirklich nach dir klingt?

Teste das Profil an drei Textsorten: einer kurzen Antwort, einem längeren Beitrag und einer schwierigen Absage. Nur wenn alle drei passen, trägt das Profil im Alltag.

Dann folgt der Prüfstein. Lege eine vertraute Person drei Texte vor, zwei von dir und einen von der KI mit Profil. Lass raten, welcher Text von der KI stammt. Wer es nicht sicher weiß, hat ein gutes Profil.

Klingen alle drei Entwürfe noch glatt, ergänze konkrete eigene Formulierungen. Schreibe zum Beispiel hinein, wie du Gespräche beginnst, wie du dich verabschiedest und welche Sätze du oft wiederholst.

Lies den Text immer laut, bevor du ihn abschickst. Beim Sprechen merkst du sofort, ob ein Satz zu dir passt. Streiche, was du so nie sagen würdest, und trage das Wort in die Sperrliste ein.

Mach daraus eine Gewohnheit. Jeder gute Text, den du abschickst, kann ein Beispiel für das nächste Profil werden. So wird dein Profil mit der Zeit treffender und die Nacharbeit kürzer.

Was darfst du als Beispieltext in die KI kopieren?

Vor dem Einfügen prüfst du jeden Beispieltext. Entferne Namen, Adressen, Preise und alles, was ein Kunde als vertraulich ansehen könnte. Ersetze es durch Platzhalter wie [Name] oder [Betrag].

Das gilt besonders für Kundenmails. Ein Stilprofil braucht deinen Ton, nicht die Daten deiner Kunden. Nimm im Zweifel Texte, die für die Öffentlichkeit gedacht sind, etwa eigene Beiträge, Webseitentexte oder Newsletter.

Welche Daten du in welches Werkzeug eingeben darfst, hängt vom Anbieter und deinen Verträgen ab. Wie du das klärst, steht in unserem Leitfaden zu Daten und KI. Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung.

Prüfe außerdem jeden fertigen Text auf Erfundenes. Ein Text, der nach dir klingt, ist nicht automatisch richtig. Zahlen, Fristen und Zusagen kontrollierst du Wort für Wort.

Praxisfall: Die Fotografin, deren Mails zu höflich waren

Ein gedachtes Beispiel, kein Kundenbericht: Eine selbstständige Hochzeitsfotografin lässt sich Anfragen von der KI beantworten. Die Entwürfe sind korrekt, aber sie beginnen alle mit "Vielen Dank für Ihr Interesse".

Sie schreibt sonst anders. Sie duzt, sie schreibt kurz, und sie fragt gleich nach dem Datum der Feier. Eine Interessentin schreibt zurück, die Mail wirke wie ein Serienbrief.

Die Fotografin sammelt drei echte Mails, die sie gern geschrieben hat. Die KI leitet daraus acht Regeln ab. Zwei davon streicht sie, weil sie nicht stimmen. Ihre Sperrliste enthält "Vielen Dank für Ihr Interesse" und "gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung".

Ab da hängt sie Profil und Sperrliste an jeden Auftrag. Die Entwürfe beginnen jetzt mit einer Frage zum Datum. Sie ändert pro Mail meist nur noch ein, zwei Sätze.

Ob die Anfragen dadurch häufiger zu Buchungen werden, kann sie nicht sagen. Sie hat es nicht gemessen. Sicher ist nur: Die Entwürfe klingen nach ihr, und sie schreibt sie nicht mehr von Grund auf neu.

Diese Fehler kosten dich Zeit

  • Nur "schreib in meinem Ton" sagen. Die KI kennt deinen Ton nicht und liefert den Durchschnitt.
  • Überarbeitete oder von der KI geglättete Texte als Beispiel nehmen. Das Profil beschreibt dann nicht dich, sondern die Glätte.
  • Das Profil der KI blind übernehmen. Sie erfindet gern Eigenheiten, deshalb streichst du jede Regel, die nicht zu dir passt.
  • Eine endlose Sperrliste führen. Zehn bis fünfzehn Einträge wirken, mehr verwirren.
  • Private Kundentexte mit Namen und Preisen als Beispiel einfügen. Nimm öffentliche Texte oder anonymisiere vorher.
  • Nur einen Texttyp testen. Eine Mail kann gut klingen, die Absage danach nicht. Teste alle drei Sorten.
  • Den fertigen Text nicht laut lesen. Was beim Sprechen holpert, klingt beim Lesen nach der Maschine.

Das kostet, das spart (Schätzung)

  • Kosten: Du brauchst keine zusätzliche Software. Ein normaler KI-Chat, drei eigene Texte und ein Textdokument zum Aufheben genügen.
  • Aufwand einmalig: etwa eine halbe Stunde für Profil und Sperrliste. Danach pflegst du die Sperrliste nebenbei.
  • Rechenbeispiel mit Annahmen: Du schreibst zehn Kundenmails pro Woche und überarbeitest jeden Entwurf bisher zehn Minuten. Mit Profil sind es vielleicht fünf Minuten. Das wären rund 50 Minuten pro Woche.
  • Ob das bei dir so eintritt, hängt von deinen Texten ab. Stoppe in den ersten zwei Wochen die Zeit pro Mail und rechne mit deinen eigenen Zahlen.

Schätzung, keine Messung: Alle Werte sind eine Schätzung auf Basis der genannten Annahmen und keine Messung. Dein tatsächlicher Aufwand hängt von Textart und Menge ab.

Häufige Fragen

Wie bringe ich einer KI meinen Schreibstil bei?

Gib ihr drei echte Texte von dir und lass daraus ein Stilprofil mit höchstens zehn Regeln ableiten. Streiche, was nicht stimmt, und ergänze eine Sperrliste. Beides fügst du jedem Schreibauftrag bei. So arbeitet die KI nach deinem Profil und nicht nach dem Durchschnitt.

Wie viele Textbeispiele brauche ich für ein Stilprofil?

Drei Texte genügen für den Anfang, wenn sie unterschiedliche Anlässe zeigen. Eine Kundenmail, ein Beitrag und ein Angebotsabsatz sagen mehr als zehn gleiche Mails. Wenn du merkst, dass etwas fehlt, ergänzt du später weitere Beispiele und aktualisierst das Profil.

Darf ich Kundenmails als Beispieltext in eine KI kopieren?

Nur mit Vorsicht. Entferne Namen, Adressen und Preise oder nimm besser öffentliche Texte von dir. Ob und wie du Daten eingeben darfst, hängt vom Anbieter und von deinen Verträgen ab. Im Zweifel klärst du das mit einer Fachperson, bevor du Echtdaten eingibst.

Merken Kunden, dass ein Text von einer KI kommt?

Das kann niemand sicher sagen. Glatte, austauschbare Formulierungen fallen aber oft auf, besonders Stammkunden. Ein Stilprofil macht Entwürfe persönlicher. Entscheidend bleibt, dass du den Text liest, anpasst und selbst verantwortest, bevor er rausgeht.

Muss ich das Profil für jedes KI-Werkzeug neu schreiben?

Nein. Das Profil ist ein normaler Text und funktioniert in jedem gängigen KI-Chat. Hebe es in einer eigenen Datei auf und kopiere es in den Auftrag. Manche Werkzeuge bieten feste Anweisungen an. Dann hinterlegst du das Profil dort einmal, ob und wie, prüfst du im jeweiligen Werkzeug.

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Quellen und Stand

  • Eigene Praxis der Real Rise Agency: Ton-Regeln des Wochenbriefings (Sperrliste, Satzlänge von höchstens 20 Wörtern) · Stand

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